Exklusivität im Netz? Doch. Gibt es.

Immer politisch korrekt sein? Das können andere besser als Amir Kassaei.
Immer politisch korrekt sein? Das können andere besser als Amir Kassaei.

Das wichtigste Ergebnis der zu Ende gehenden Arbeitswoche: Exklusiver Bewegtbild-Content funktioniert. Und Exklusivität ist im Netz doch nicht ganz nutzlos. Am Montag haben wir auf W&V Online ein Interview unseres Video-Bloggers Mirko Kaminski mit DDB-Kreativchef Amir Kassaei ins Netz gestellt, aufgenommen beim Internationalen Werbefestival in Cannes. Man muss nicht unbedingt in der Werbebranche arbeiten, um Kassaei zu kennen. Seine eindrucksvolle Geschichte – vom iranischen Kindersoldaten zum internationalen Kreativstar – hat er auch schon in der Talkshow von Markus Lanz erzählt.

Im W&V-Interview ging es um das Thema Burnout und Arbeitsbelastung in Agenturen. Das Video ist ausschließlich auf W&V Online zu sehen. Über 10.000 Nutzer haben es bisher abgerufen. Über 10.000?  Schon klar: bei Bild.de oder Spiegel Online würde man über eine solche Zahl nur gütig lächeln. Und sogar für ein Fachportal wie W&V sind Abrufzahlen im fünfstelligen Bereich gar nicht mal selten. Bei kurzen Werbespots bestimmter Marken und Agenturen  zum Beispiel. Aber ein längeres Video-Interview? Über drei Minuten? Für Leser, die Fachinformationen überwiegend im (Großraum-)Büro nutzen und grundsätzlich wenig Zeit haben? Das ist neu. Aber es wird nicht das einzige Mal bleiben.

Jetzt noch ein Wort über Exklusivität, einem der meistmissbrauchten Begriffe im Journalismus. Was ist Exklusivität ohne Relevanz? Nichts; auch wenn manche Journalisten das anders sehen. Und relevante Exklusivität im Netz? Fast gar nichts, denn  jeder kann jede Neuigkeit im Internet  sekundenschnell übernehmen, abschreiben, umschreiben, weiterverbreiten. Außer, sie findet in Form eines Interviews statt. Das will nämlich jeder im Original lesen. Oder sehen und hören, so wie Amir Kassaei.

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